Mittwoch, 30. September 2009

Verstehst Du?

"Wir müssen uns mal unterhalten". So oder so ähnlich lautet der diplomatisch vorgetragene Wunsch, einmal für klare Verhältnisse zu sorgen. Da wird man schnell panisch, und das berechtigterweise denn ich für meinen Teil erinnere mich an keine angenehme Plauderei, die einer solchen Eröffnung folgte. Dennoch glaube ich, es lohnt sich, dem unmittelbar einsetzenden Fluchtreflex die Stirn zu bieten. Weil man mitunter Erstaunliches erfahren kann, und wenns nur die Erkenntnis ist, das mans mit einem Depp sondersgleichen zu tun hat, den aus dem eigenen Leben zu eliminieren es nun gilt.
"Ruhig bleiben" lautet zunächst mal die Devise und "ausreden lassen" - eine kleine feine Regel, die viel zu oft schnöde ignoriert der Auslöser fürs anschließende Unheil sein kann. Man muss, und sich das klarzumachen dient dem inneren Seelenfrieden ungemein, nicht alles verstehen, was der andere tut. Manchmal reichts auch einfach aus, es zu aktzeptieren. Mit einem "ach was hast Du denn nun wieder?" läuft man nun einmal direkt gegen eine Wand und das hat vor allem eins zur Folge: böse Kopfschmerzen.
Eine andere, wesentlich erfolgversprechendere Strategie, ist das sogenannte Sandwich-Prinzip - und das funktioniert u.a. deshalb so gut, weil es zwei wesentliche Komponenten vereinigt:
1. Komplimente hört jeder gern
2. auf die Verpackung kommts an. Auch und gerade dann, wenns darum geht, unliebsame Inhalte zu vermitteln
So klingt ein "Du musst endlich auch mal was im Haushalt tun, nie beteiligst Du Dich an irgendwas" sehr viel angriffslustiger als ein nicht-fauchend vorgetragenes: "Also, was Du da gestern gekocht hast, war wirklich lecker. Wie toll wärs doch, hättest Du dabei nicht die Küche in ein Schlachtfeld verwandelt. Wollen wir nicht zusammen abwaschen, ich finds immer so schön, nebenbei mit Dir zu plaudern."
Nun wollen wir uns natürlich nichts vormachen. Das klappt nicht immer, ist die Mühe aber dennoch wert, hat man sich selbst durch die freundlichen Worte nämlich friedlich gestimmt und kommt auch so rüber. Das hält im Idealfall das Gegenüber dann auch davon ab, zornentbrannt darauf zu reagieren. Stattdessen hat er so Gelegenheit, die Kritik ruhig zu überdenken, den Wahrheitsgehalt zu prüfen und lässt ihm am Ende die Wahl, das eigene Verhalten gegebenenfalls zu modifizieren.
Oder man machts wie Ingo - ohne viel Herumzureden, das Ziel genaustens im Visier und dabei in unschuldiger Lämmer-Manier auf Bestätigung aus der Umwelt verweisend:
Ich: Was hab ich denn bitte für Neurosen?
schallendes Gelächter
Er: Na DAS frag mal jemand anderen...

Aktuelle Beiträge

Schüssi
und goodbye - Du Seite der begrenzten Möglichkeiten. Ich...
bahati - 9. Dez, 16:15
Rummelschauspieler und...
Wie jeden Tag um 16 Uhr bei RTL kommt Brennpunkt Familie....
seni (Gast) - 7. Dez, 11:07

Suche

 

Status

Online seit 6933 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 25. Dez, 12:35




Profil
Abmelden
Weblog abonnieren